Angetestet: Einen Monat mit Amazon Echo

Amazon Echo im Test

Seit einem guten Monat bin ich nun Besitzer eines schwarzen Amazon Echo, also der Dose, die nun im Wohnzimmer steht und mit einem spricht, wenn man das möchte. Wofür Echo nun genutzt wird, alle Macken und was natürlich großartig ist an dem Gerät: Hier auf den nächsten Zeilen.

Am 16. September 2016 habe ich zunächst eine Information von Amazon erhalten:

Amazon Echo ist ein Lautsprecher, der allein mit Ihrer Stimme gesteuert wird. Alexa – das Gehirn hinter Amazon Echo – beantwortet Fragen, spielt Musik, liefert Nachrichten, stellt Timer und Wecker, steuert Ihre Smart Home-Geräte und vieles mehr.

Zu dem Zeitpunkt habe ich die erste Einladung angefordert. Dann irgendwann vor Weihnachten wäre es soweit gewesen: Ich hätte Amazon Echo bestellen können. Irgendwie war die Skepsis vor dem Gerät jedoch zu groß:

  • Wenn das nur halb so gut wie Siri funktioniert, wäre es eine Überraschung aber dennoch nur Müll
  • Was passiert mit den Daten?
  • Der Klang von so einer kleinen Büchse ist bestenfalls Mittelmaß

Nun habe ich Anfang Februar „erst“ zugeschlagen. Die Funktionen und ein Test bei meinem Freund David haben dann überzeugt. Nun jedoch zum vollen Preis von 179,99 Euro. Laut Hochglanztext bekommt man für die knapp 180 Euro ein Gadget, das folgendes kann:

  • Spielt deine Musik von Amazon Music, Spotify, TuneIn und vielen weiteren ab – allein mithilfe deiner Stimme
  • Erfüllt den Raum mit einem 360° omnidirektionalen Klang
  • Kann allein mit deiner Stimme gesteuert werden
  • Hört dich dank der Fernfeld-Spracherkennung auch von der anderen Seite des Raumes, sogar in lauter Umgebung oder wenn Musik läuft
  • Beantwortet Fragen, liest Hörbücher, liefert Nachrichten, Verkehrs- und Wetterinformationen oder informiert dich über Sportergebnisse, Spielpläne und mehr mithilfe des Alexa Voice Service
  • Steuert Lampen, Lichtschalter, Thermostate und mehr mit kompatiblen verbundenen Geräten von WeMo, Philips Hue, Netatmo, Innogy, tado° und weiteren Herstellern
  • Lernt immer mehr dazu – Alexa wird über die Cloud automatisch aktualisiert, lernt dadurch stetig und erhält neue Funktionen und Skills

Nutzen von Amazon Echo

Seit dem steht das zeitlose anmutende, schwarze, 23,5 cm hohe und etwas über 8 cm im Durchmesser, runde Stück Technik bei mir im Wohnzimmer. In der Realität spielt Echo nun vielfach morgens nach dem Aufstehen, Abends zum Essen oder beim Kochen Musik von Spotify. Die Verknüpfung zu Spotify war dabei denkbar einfach. Wenn man Spotify zum primären Musikdienst wählt, wird hier zumeist die Musik von gestreamt. Man kann sich nun dabei überraschen lassen mit „Echo, Musik“ oder man konkretisiert den Wunsch: „Echo, spiel Musik von Maggie Rogers“. Es gibt Dinge, die hat man schon 100 Mal gehört, dennoch weigert sich Echo regelrecht, diese zu spielen. Bringt Echo doch mal dazu „Chill Trap & Future Bass“ oder „Techhouse“ zu spielen – Viel Glück!

Weiter nutze ich Echo für die Pflege einer gemeinsamen Einkaufsliste mit meiner Freundin. Hier ist es ganz praktisch, dass man diese so über die App oder die Sprachsteuerung füllen kann á la „Echo, setz Olivenöl auf die Einkaufsliste“. Hier ist es schön, dass Echo sowohl das verstandene Wort als auch die gesprochene Notiz ablegt, so kann man auch mal falsch interpretierte Dinge dennoch kaufen.

Ich habe eine Hausautomation mitlaufen, die per FHEM bzw. pilight gesteuert wird, daneben eine Heizung, die über Netatmo läuft. Das ist jedoch soweit automatisiert, sodass dies keine weitere Steuerung über Echo erfordert. Ggf. kommt demnächst noch mehr steuerbares Licht dazu, sodass man das per Alexa einstellen kann.

Sound

Die Soundqualität ist deutlich besser als befürchtet, muss sich auch nicht wahnsinnig hinter dem Bose SoundLink Mini II verstecken, verliert dennoch bei den Höhen als auch in den Bässen. Bei besonders lauter Wiedergabe merkt man hier einfach die Limits der verbauten Lautsprecher. Bei der täglichen Musik (Bei Lautstärke 1-3) bemerkt man dies jedoch nicht.

Steuerung

Gesteuert wird Amazon Echo primär über die Stimme. Dabei hört Echo auf eins von drei einstellbaren Schlüsselwörtern (Amazon, Alexa, Echo). Leider lassen sich keine eigenen Schlüsselwörter definieren, sonst wüsste ich schon, das mein Echo nur noch „Jarvis“ genannt würde 😀

Darüber hinaus kann man die Lautstärke am Gerät selber steuern mittels des Drehreglers, der sich im Kopf des Gerätes fast unsichtbar integriert. Die Mikrofone können deaktiviert werden oder Echo per Knopfdruck aktivieren (wenn man mal das Schlüsselwort vergessen hat).

Downsides

Zunächst mal banal angefangen: Subjektiv merkwürdig finde ich, dass ich eben nicht alles „einfach so“ abspielen lässt von Spotify.

Die App für das iPhone ist darüber hinaus eine Zumutung, je nach Internetverbindung braucht diese Ewigkeiten zum Starten und reagiert dann sehr sehr müßig. Die Android App ist dagegen deutlich flinker unterwegs.

Die Spracherkennung reagiert nicht immer auf das Schlüsselwort. Bei 2 von 10 Versuchen wird das Schlüsselwort nicht erkannt, ob falsche Betonung oder zu leise Aussprache lässt sich für mich noch nicht zweifelsfrei erklären, sodass man sich dabei ertappt, wie man energischer das Gerät beim Namen ruft – sehr skurrile Situation.

Die Lautsprecher dürfen beim nächsten Upgrade mal bitte noch besser klingen. Amazon Echo hört sich gut an aber die letzten 5-10 % Qualität an Tiefen und Höhen könnten noch kommen, sodass wirklich ein Konzerthaus-Klangbild erzeugt wird.

Die Mikrofone müssten theoretisch die eigene Musik bei der Spracherkennung rausrechnen können oder können dies praktisch über die sog. Fernfeld-Spracherkennung. Ab Lautstärke 6-7 funktioniert das aber nicht mehr wirklich bzw. man brüllt das Gerät an. das darf auch noch mal in einem Upgrade besser werden.

Fazit

Hinterher sind alles Klagen auf hohem Niveau, die kaum Alltagsrelevanz haben. Eben ein Gadget das den Alltag ein wenig schicker macht. Von daher kann ich Amazon Echo (vgl.: Amazon) auch jedem empfehlen, der Spaß an ein wenig Neuem hat.

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