Split, der beste Film von Shyamalan?

Thriller/Horror-Film Split

Ohne Dich spoilern zu wollen, ist die Story des Films Split die folgende: Drei Mädels werden von dem unheimlichen Entführer Kevin „Wendell“ Crumb gekidnappt und festgehalten. Kevin scheint zunächst nur brutal zu sein, doch dann führt er anscheinend Selbstgespräche, kleidet sich in Frauenkleidern und man lernt verschiedene der 23 Persönlichkeiten kennen und durch welche traumatischen Ereignisse in Wendells Kindheit sie entstanden sind. Langsam wird der Grund der Entführung klar: Die drei Teenager sollen als heilige Nahrung für „die Bestie“, die in Kevin schlummert, dienen. Dabei wird in Sequenzen auch die Geschichte von Casey (Anya Taylor-Joy) erzählt. Ebenso die Versuche von Dr. Fletcher Kevin zu helfen.

Zum Film Split

Nachdem ich vor kurzem „The Visit“ gesehen habe, war ich hier auch sehr gespannt, was Shyamalan nun auf die Kino-Leinwand zaubert. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Er schafft es zum einen mehr als nur eine Geschichte gut zu erzählen, zum anderen übt er Gesellschaftskritik. Dabei spielt er weniger mit dem Übersinnlichen als mit der Krankheit der dissoziativen Identitätsstörung,  kurz DIS, und reizt diese aus.

Kurz zur DIS: Betroffene haben dabei eine temporär alternativ wechselnde Vorstellung von sich selbst. Dies äußert sich unter anderem in grundlegenden Einstellungen und Gefühlen. Die Wechsel werden ebenso durch eine Veränderung des vegetativen Nervensystems begleitet, weshalb der Betroffene einen anderen Puls, Blutdruck, Muskelspannung, Sehschärfe und vieles mehr haben kann.

Alles ist möglich

Anders als im Film dargestellt sind die Wechsel dabei zumeist eher fließend als plötzlich. Aber genau das macht es unter anderem zu einem solch großartigen Film. Man wird als Zuschauer durch die einzelnen Situationen geführt und versteht stets, welcher Charakter nun aus welchen Gründen „in das Licht“ kommt. Bei Kevin hat jede Persönlichkeit eigene körperlich und psychische Ausprägungen. Die eine braucht eine Brille, die nächste hat Diabetes und wieder eine andere ist mental auf dem Stand eines Neunjährigen. So wird die Wahrheit zwar stark verzerrt aber ein ganz eigener Reiz entsteht. Die Möglichkeit, dass dieses wahr sein könnte, wird dem Zuschauer zu jeder Zeit überlassen und nie komplett ausgeschlossen. Dies erinnert mich an den Eismann Wim Hof, der zurzeit diverse atemberaubende Weltrekorde hält wie zum Beispiel:

  • Länger als zwei Stunden regungslos in einem Eisbad gesessen
  • Besteigung des Mount Everest in Shorts und ohne Sauerstoffmaske
  • Barfuß und nur mit einer Shorts bekleidet einen Marathon oberhalb des Polarkreises in Finnland gelaufen
  • Besteigung des Kilimanjaros in weniger als zwei Tagen – natürlich wieder nur in Shorts
  • Einen Marathon in der Wüste gelaufen – ohne Wasser

Alles mittlerweile wissenschaftlich bewiesen und attestiert, dennoch geht die  klassische Medizin weiter davon aus, dass wir mit unseren Gedanken keinen Einfluss auf unseren Körper haben. Dass dies wohl doch so ist – wenngleich es fast unmenschlich klingt – macht Wim klar. Wie ein guter Freund sagt:

Das Leben findet im Kopf statt.

Und wir haben die Grenzen unseres Geistes noch lange nicht erreicht. Aber ich schweife ab. Ob Wahrheit oder Fiktion muss hinterher jeder selbst entscheiden. Im Kino wurde ich über die Spieldauer von 117 Minuten bestens unterhalten und ich kann jedem den Film Split (Blu-Ray bei Amazon) bedenkenlos empfehlen. Ebenso auch allen, die das Genre Horror eigentlich nicht so mögen. Einige Szenen sind recht makaber und düster, richtige Schocker-Momente fehlen jedoch dankenswerter Weise.

2 Kommentare zu „Split, der beste Film von Shyamalan?

  1. Das klingt doch nach einer guten Filmkritik 🙂 wenn Du auf Filme nach dem Motto „Das Leben findet im Kopf statt“ und der Grenze des Vorstellbaren magst, kann ich Dir durchaus auch noch Lucy mit Scarlett Johansson (2014) oder auch – die etwas weniger philosophische Variante – Ohne Limit mit Bradley Cooper (2011) empfehlen!

    1. Lieber David, wie konnte ich das nur außer Acht lassen? Aber stimmt, beide Filme haben gleiche Anspielungen in der Hinsicht, wenngleich jeweils für sich anders. Leider habe ich schon beide Filme gesehen. Lucy geht mehr ins Genre Science-Fiction aber gerade mit Morgan Freeman mag ich den Film sehr (Auch wenn Scarlett Johansson mich gerade in dem Film sehr an Milla Jovovich aus Resident Evil erinnert ). Ohne Limit habe ich drei oder vier mal gesehen. Klassischer Thriller mit einem großartigem Bradley Cooper und einem Robert De Niro, der dem Ganzen auch noch mal viel Charme verleiht.

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