Warum den Tesla Model 3 kaufen?

Tesla Model 3

Ja, ich habe mir einen Tesla Model 3 reserviert. Ja, ich mag auch andere – vor allem deutsche – Hersteller. Insbesondere BMW hat es mir angetan. Aber wie kommt das „neue“ Unternehmen Tesla ins Spiel? Was hat die Kaufentscheidung beeinflusst und was erhoffe ich mir von diesem Automobil? Alles in den folgenden Zeilen.

Historie meiner Kfz

Zunächst mal vorne angefangen: Ich bin seit dem Jahr 2007 (also etwa 10 Jahre lang) mit einem eigenen Kfz unterwegs. Damals noch mit einem Opel Astra G, 1.6 mit sagenhaften 101 PS und in grün-metallic. Todchic aber als Landkind nimmt man, was man bekommt. Der Hobel nach drei Jahren dann irgendwann durch einen Frontschaden passé (an dem ich nicht ganz unschuldig war) . Drei Jahre war ich mit einem  geleasten 118i (1,6 l Hubraum, minimal turboaufgeladen, ein wenig kraftstoffhungrig mit 9,0 – 10,5l / 100 km bei zugegeben zügiger Fahrweise) von BMW unterwegs gewesen. Danach kam das Upgrade auf einen BMW 120d Coupé (2 l Hubraum, turboaufgeladener Diesel, durchschnittlich 6-6,5 l Diesel auf 100 km). Mit knapp 180 PS konnte man sich so angenehm von A nach B bewegen. Hier ist die Markenkampagne „Freude am Fahren“ Programm. Ich habe die Zeit sehr genossen, das ganze hat mich jedoch auch bis zu 1400 Euro im Monat (Leasing, Versicherung, Kraftstoff, Verschleißteile, Parkplatz und Steuern) gekostet. Im Schnitt waren es jedoch „nur“ ca. 1000 Euro. Durch diverse Lebensumstandsveränderungen wollte ich mir nun einen solchen Luxus (Automobilität in Form eines Kleinwagens für 12.000 Euro im Jahr bei einer Fahrleistung von 15.000 km / Jahr) jedoch nicht mehr gönnen. Daher habe ich mir einen VW Golf VI gekauft. Mit den 1,6 l Hubraum und den daraus resultierenden 102 PS war dies vermutlich nicht die Traumkombination, aber der Wagen hatte sich angeboten und ist (nach wie vor) grundsolide. Ein echter Volkswagen eben.

Aktuelle Wünsche / Bedürfnisse an ein Auto

Worum geht es mir nun? Ich erwarte nicht, dass das Autofahren zur Zeit noch günstiger wird. Ich wünsche mir jedoch (wenn ich nicht nur von A nach B kommen möchte, sondern mein Automobil ein wenig bewegen möchte) ein wenig mehr Punch (in Zahlen: 150-250 kW Leistung). Auf langen Fahrten in den Urlaub (3-8 Stunden) finde ich Assistenzsysteme hilfreich, die einen auch auf die ein oder andere Unaufmerksamkeit aufmerksam machen und das schon, bevor es zu Unfällen kommt. Ansonsten finde ich, dass rauschende Radiosender oder fehlende App-Integration (wie Spotify), zu späte Stau-Hinweise und sündhaft teure Karten-Updates einfach der Vergangenheit angehören.

Mein Arbeitsweg ist zur Zeit ca. 14 km lang, wobei es nach 8 km auf die Autobahn geht. Auf dem Rückweg wird es für den Motor, der schon auf dem Hinweg kaum Arbeitstemperatur erreicht, kaum besser: Nach 2100 m geht’s auf die Bahn, dann muss der Ottomotor häufig nahe seiner Leistungsgrenze operieren, um in den fließenden Verkehr zu kommen. Je nach Uhrzeit hat man noch Stau, der die Wegstrecke um 20 Minuten verlängert oder die Kraftstoffpreise werden um 10% erhöht, weil man mal etwas später aus dem Büro raus ist. Das sorgt für Freude.

Mehrfach im Monat geht’s dann noch zu Kundenterminen. Die einen sind dabei um die Ecke, binnen weniger km erreicht. Für andere fährt man auch gerne mal 500 km quer durch die Republik. Die Fahrt wird hier für Telefonate genutzt oder eben Gespräche mit den Geschäftspartner. Ansonsten heißt es „Time is Money“, daher drauf den Schlappen und ab dafür.

Ein- bis zweimal im Jahr geht es dann noch in den Urlaub (Ski-Urlaub + MTB/Wandern in Österreich). Hier möchte man möglichst relaxt die Fahrtstrecke von 700-800 km zurücklegen und das möglichst schnell. Zumeist fahren wir dabei zu zweit bis viert, sodass noch jede Menge Kram mit in den Karren muss und dann wird nachts gegen 12 Uhr losgefahren. Dass man morgens nach sechs Stunden Fahrt  nur noch begrenzt frisch im Kopf ist, versteht sich fast von selbst. Selbst Kaffeepausen helfen nur bedingt. Hier wäre es einfach schön, wenn man nicht dermaßen erschöpft ist, wenn man angekommen ist.

All das muss also durch ein Auto erfüllt werden:

  • Raumangebot (in worst case für vier Personen + Skizeug oder eben zwei Personen mit MTBs/Rennrädern)
  • Leistung für den alltäglichen Spaß oder auch nur die 200 km/h Reisegeschwindigkeit
  • Nach Bedarf Fahrerassistenzsystem wie: Lenkassistent, Intelligent Speed Adaption etc. gerne auch Autopilot, wenngleich hier in Deutschland noch nicht zulässig
  • Ein Soundpaket, das nicht bei etwas lauterer Musik direkt schrebbelt
  • Navigationssystem

Lösungsoptionen hin zum Tesla Model 3

In meinen Lösungsideen standen:

  • BMW 3er Touring (320i/330i/325d)
  • BMW i3 mit Range Extender
  • Telsa Model S
  • VW Golf GTI/GTD/GTE

Nachdem nun Euro 6 und die Einführung der blauen Plakette geplant war und Diesel-Fahrzeuge „nur“ Euro 5 zugelassen sind, sind alle Diesel-Varianten aus der Kalkulation raus. Das Risiko, hier ein Auto zu haben, das nach einem Jahr nicht mehr in die Innenstädte darf und der damit einhergehende Wertverlust ist reell und von mir nicht gewünscht.

Nach Konfiguration eines BMW 320i xDrive Touring landet man bei ca. 60.000 Euro.

Der Tesla Model S kostet konfiguriert 110.000 Euro und sprengt damit jeden finanziell gesetzten Rahmen, was ihn als Option ebenso von der Liste streicht. Die Probefahrt am Tesla Store Düsseldorf war jedoch großartig. Schon der Store macht vieles anders als ein klassisches Autohaus. Schade, dass ich den Wagen nicht noch zwei bis drei Tage im Alltag testen durfte.

Durch die BMW Niederlassung Dortmund hatte ich die Möglichkeit, den BMW i3 Probe zu fahren. Das Fahrzeugkonzept überzeugt dabei, auch der Geschwindigkeitsassistent macht eine gute Figur. Die rein elektrische Reichweite von knappen 100 km (von der 64 Ah Variante) im Alltag ist allerdings schon arg knapp, sodass man für den Urlaub noch ein anderes Kfz benötigt. Auch eine Sixt GoldCard, die inklusive ist, macht das Angebot irgendwie noch nicht rund, gerade da der Wagen konfiguriert ca. 50.000 Euro kostet.

Mit dem Golf GTE schafft Volkswagen den Spagat zwischen praxistauglichem E-Auto und sportlichem Kompaktwagen. Der Laderaum leidet ein wenig und auch der Preis mit 45.000 Euro (konfiguriert) ist zunächst mal eine Ansage. Im Vergleich zu einem GTI fällt jedoch nur ein etwas kleinerer Kofferraum auf, wie ein fast 275 kg höheres Fahrzeuggewicht. Ein Kompromiss, den ich dann doch eher nicht bereit bin zu gehen.

Somit bleibt noch der bekannte Golf GTI in neuem Gewand und der BMW 320i. Aufgrund der aktuellen Maut-Planungen kommen hier für beide Kfz noch einmal 34,20 Euro je Jahr nach Einführung on top. Ja; eine Größe, die hier in der Rechnung kein Gewicht trägt aber dennoch irgendwie negativ aufstößt: Man holt sich ein neues Kfz und muss aufgrund des verbauten Motors zusätzlich zur Kfz-Steuer (106 bzw. 128 Euro) noch mal Geld berappen.

Und nun kommt Tesla daher und die Frontsau Elon Musk verspricht einen Wagen (den Tesla Model 3 um genau zu sein), der schon in der Grundausstattung für 35.000 $ ein großartiges Fahrzeug sein soll und es nicht mal annähernd für das Geld ein vergleichbares Auto geben soll. Es soll mit 215 Meilen Mindestreichweite (umgerechnet ungefähr 345 km) fahren, die neueste Autopilot-Hardware, eine Beschleunigung von 0 auf 100 in weniger als 6 Sekunden, Sitzplätze für fünf Erwachsene und die Supercharging-Option besitzen, sodass man damit auch überall hinkommt.

Zudem fällt für mich die Kfz-Steuer weg, Maut ist auch zunächst kein Thema. Mit Umweltzonen habe ich auch nicht viel am Hut und die Betriebskosten sinken (ca. 20,5 kWh / 100 km im Vergleich zu 7-10 Litern Super / Super Plus also 5 zu 10-15 Euro).

Ein – wie ich finde – großes Versprechen, dem ich aber Glauben schenke und deshalb meine Vorbestellung für den Tesla Model 3 getätigt habe! Wie siehst Du das Thema?

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